Die Osterburg bei Deckbergen

(Abschrift der Info-Tafel am Ort der vermuteten Osterburg – 17.Mai 2007 )

„Auf den Bergzügen beiderseits der oberen Weser befinden sich noch die Reste einer Reihe mittelalterlicher Burgen. Zu ihnen gehört auch die Osterburg bei Deckbergen. Sie ist auf dem Südwestvorsprung der Osterburger Egge erbaut worden und beherrscht von dieser strategisch gut gewählten Lage einen wichtigen Verkehrsweg aus dem Wesertal in das nördliche Längstal der Oberaue. Gleichzeitig ließ sich aber auch das Wesertal selbst von hier überwachen.

Die Burganlage besteht aus einer Vor- und einer Hauptburg, die beide von Wall und Graben gesichert werden. Auf den zwei in ihnen befindlichen Hügeln hat man sich wohl aus Bruchsteinen gemauerte Türme vorzustellen, die Schießscharten und vielleicht auch Brustwehren besaßen. Reste von Mauerzügen werden sich auch in den Wällen verbergen. Neben den Türmen werden innerhalb der Umwallung weitere Bauten, wie Wirtschafts- und Wohngebäude vorhanden gewesen sein. Zur Verteidigung einer solchen Burg sind damals Armbrüste als die wirkungsvollste Fernkampfwaffe eingesetzt worden. Mit ihr wurden kurze bolzenartige Pfeile verschossen, die selbst schwere Ritterrüstungen durchschlagen konnten.

Historisch ist über die Osterburg nur wenig bekannt. 1121/41 wird sie erstmals urkundlich erwähnt und als Besitzer die Wunstorfer bzw. Freckenhorster (Westfalen) Stiftsdamen Rasmonda und ihre Schwester Bertheide und Wicburga genannt, die sie von ihrem Onkel Thuringus geerbt haben. Die Erbauer der Osterburg werden im Umfeld der Grafen von Roden zu suchen sein. die Anlage gehört damit ganz sicher zu den mittelalterlichen Dynastenburgen des 11./12. Jh., und wird eine Rolle aus den Auseinandersetzungen der Grafen von Roden und der Grafen von Schaumburg um die Vorherrschaft im Weserraum gespielt haben, bei der sich letztere behaupten konnten. Es ist anzunehmen, daß die Osterburg im Zusammenhang mit diesen Kämpfen aufgegeben und zerstört worden ist. Wenig wahrscheinlich ist, daß die Osterburg bereits mit dem sächsischen Adligen Uffo (Ende d.9.Jh.) in einem Zusammenhang steht. Hinweise dazu sowie zur Anlage selbst könnten heute allerdings nur noch durch archäologische Untersuchungen gewonnen werden.

– Nds. Landesverwaltungsamt (Institut für Denkmalpflege). Landkreis Schaumburg. Stadt Rinteln. Staatliches Forstamt Rinteln -.“

Die Anlage liegt in ca.200m NN Höhe und ist über einen Trampelpfad gut und leicht zu erreichen:

  1. Von Süden aus dem Wesertal von Deckbergen über die Osterburgstraße (Kreisstraße 71) bis auf den Deckbergener Pass. Dann nach rechts auf den Wanderparkplatz abbiegen. In süd-ostwärtiger Richtung rechts haltend auf dem Südweg Richtung Schaumburg gehen. Nach ca. 100m, am Ende der Linkskurve, zweigt in Höhe des `Springstein` ein Trampelpfad nach Süden ab. Wenn Sie auf diesem Pfad etwa gut 200 m weiter gehen, erreichen Sie die Schautafel und die überdeckte Osterburg.
  2. Von Norden aus dem Auetal biegen Sie von der Landesstraße Bernsen/Rehren in Richtung Deckbergen auf die Kreisstraße 71 ab. Nach der Autobahnüberführung bleiben Sie auf der Vorfahrtstraße. Auf der Passhöhe biegen Sie nach links auf den Wanderparkplatz ab. Wenden Sie sich nach Süden und gehen Sie dann wie oben beschrieben weiter zur Osterburg.
  3. Von Osten erreicht man die Anlage einmal über den Kammweg oder über den Südweg beginnend an der Burgstraße in Schaumburg. Man folgt der Ausschilderung `Deckbergen`.

(Verkehrs- und Heimatverein Schaumburg e.V. – Wilfried Schnüll)